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Foto: Hörgerätekontrolle
Fallbeispiele
Adam
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Kristina

Portrait · Fallbeispiele

Adam, 4 Monate

Adam wurde als zweiter Zwilling 7 Wochen zu früh geboren. Wegen der Fehlanlage der Speiseröhre, die es ihm unmöglich machte, Nahrung aufzunehmen, wurde er bereits am 3. Lebenstag operiert. Aber auch dies führte nicht dazu, dass Adam wie jeder andere Säugling trinken kann, da zusätzlich eine Spalte in Lippen, Kiefer und Gaumen besteht. Dies führt dazu, dass die Muskulatur im Gesichts- und Mundbereich in ihrer Funktion eingeschränkt ist und überdies Nahrung durch die Nase entweichen kann. Um eine ausreichende Nahrungszufuhr gewährleisten zu können, wurde Adam daher mit einer Magensonde versorgt.

Da die Muskulatur im Gesichts- und Mundbereich gleichzeitig für die Artikulation von immenser Bedeutung ist, führen derartige Spaltbilder, je nach Ausprägung und Behandlung, oft zu Störungen der Sprachentwicklung.

In der pädaudiologischen Untersuchung wurde zusätzlich eine hochgradige Schwerhörigkeit festgestellt. Adam wurde daher frühzeitig mit Hörgeräten versorgt, um ihm den Spracherwerb zu ermöglichen.

Für Adam stehen weitere Operationen an, zunächst der Verschluss der Lippenspalte im Alter von 6 Monaten. Aufgrund der verschiedenen Erkrankungen bedarf er einer Kombination verschiedener spezifischer Förderungen wie Hör- und Sprachfördermaßnahmen mit technischen Hilfsmitteln wie Hörgeräten.




Nadja, 6 Jahre

Wenn die Hörreste für eine Hörgeräte-Versorgung nicht ausreichen, wird in Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohrenklinik die Versorgung mit einer elektronische Innenohrprothese eingeleitet. Nadja ist seit ihrer Geburt gehörlos und entwickelte aufgrund der Kommunikationsstörung zusätzliche Verhaltensauffälligkeiten. Sie erhielt ein sog. Cochlea Implantat und eine spezielle heilpädagogische Förderung. Nadja hat sich sprachlich sehr gut entwickelt und verhält sich heute wie ein ganz normales Kind.




Kari, 7 Jahre

Wie das wiedergewonnene Hören die Lebensqualität eines gehörlosen und schwerbehinderten Kindes ganz positiv verändern kann, zeigt die Geschichte von Kari. Im Alter von 6 Monaten erkrankte Kari an einer Hirnhautentzündung, wodurch epileptische Anfälle und ein akutes Nierenversagen ausgelöst wurden. Zweimal musste sie reanimiert werden. Als Folge der Krankheit zeigten sich bei dem Mädchen eine stark verzögerte motorische und geistige Entwicklung sowie Gehörlosigkeit mit ausbleibender Sprachentwicklung. Sie trägt einen Helm, weil sie sich sonst aufgrund fehlender Körperkoordination und daraus resultierender Stürze am Kopf verletzen würde. Kari wurde mit Hörgeräten versorgt, die sie jedoch zunächst nicht tragen wollte. Im Rahmen der intensiven Hör- Sprachförderung in der Klinik gelang es der Heilpädagogin bald, Kari an das regelmäßige Tragen der Hörgeräte zu gewöhnen. Trotz optimaler Hörgeräteversorgung und intensiver Förderung konnte das Kind nicht gut genug hören, um Sprache zu verstehen.

Die Eltern entschlossen sich zu einer Cochlea-Implantation im Alter von 2,5 Jahren. Schon kurz nach der Ersteinstellung des Sprachprozessors konnten die Eltern und Therapeuten beobachten, dass Kari auf akustische Reize ihrer Umgebung reagierte und zunehmend aufmerksamer lauschte. Kari hatte ihre Umwelt entdeckt und entwickelte sich emotional, kommunikativ und auch motorisch sehr positiv. Die zu Beginn sehr zeitintensive Einstellung des Sprachprozessors und die wegen der kommunikativen Störung mühselige logopädische Förderung wurden für beide Seiten fruchtbarer und spannender.

Heute ist Kari 7 Jahre alt und besucht die Schule für Hören und Kommunikation in Münster. Sie hat sehr erfreuliche kommunikativ-pragmatische Kompetenzen und eine gute akustische Umweltorientierung erlangt. Seitdem sie mit dem Cochlea Implantat wieder hören kann, hat sie zur Freude ihrer Eltern in allen Bereichen regelrechte Entwicklungssprünge gemacht.




Kristina, 10 Jahre

Kristina ist von Geburt an gehörlos und aufgrund einer vom Gehirn ausgehenden Bewegungsstörung gelähmt. Die Familie verständigt sich mit ihr über Gebärden, die sie selbst aufgrund ihrer Lähmungen nicht einsetzen kann. Mit Hilfe einer Therapeutin für unterstützte Kommunikation hat Kristina gelernt, sich über einen speziellen Sprachcomputer zu äußern. Sie tippt Tastenkombinationen ein, der Sprachcomputer setzt die gewählten Wörter zu Sätzen zusammen und spricht für sie. Kristina ist ein sehr fröhliches Kind und eine aufgeweckte und fleißige Schülerin.




* Erklärung Cochlea Implantat (elektronische Innenohrprothese)

Bei Menschen, die hochgradig schwerhörig oder gehörlos sind, funktioniert die Aufnahme des Schalls über das Innenohr durch den Hörnerven nicht mehr richtig. Besonders die so genannten Haarsinneszellen sind hier zerstört. Diesen Menschen kann mit einem Cochlea Implantat (auch Innenohrprothese) wieder zu einem Hören verholfen werden. Mit diesem Cochlea Implantat wird der Hörnerv elektrisch gereizt, wodurch im Gehirn Höreindrücke entstehen. Da verschiedene Bereiche im Innenohr verschiedenen Tonhöhen zugeordnet sind, können sogar Töne unterschieden und auch Sprache verstanden werden.

Damit im Innenohr der Hörnerv elektrisch gereizt werden kann, muss der Strom in das Innenohr gelangen. Dies geschieht über ein dünnes Kabel zu einer Elektronik, die hinter dem Ohr implantiert wird. Über Funk, ähnlich wie beim Radio, kann diese Elektronik ein Signal empfangen, das von einem Sprachprozessor erzeugt wird. Dieser Sprachprozessor wird in der Regel am Ohr getragen. Er besteht aus einem Mikrofon, einem winzigen Computer, der den Schall in ein elektrisches Muster umwandelt, und einer Sendespule, die dieses Muster an die implantierten Teile überträgt.


schematische Darstellung der Funktionsweise des Sprachpozessors im Cochlea Implantat

Das Bild zeigt schematisch den Kopf eines Cochlea-Implantat-Trägers, um die Schallaufnahme durch einen Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird, zu demonstrieren. Oben befindet sich an diesem Gerät ein kleines Mikrofon, im Sprachprozessor selbst wird der Schall in elektrische Pulse umgewandelt. Hinten am Gerät geht ein Kabel zu einer Spule ab, die die elektrischen Pulse an die interne Cochlea-Implantat-Elektronik überträgt. Der Schädelknochen ist im Querschnitt gezeigt, so dass die unter der Sendespule liegende Empfangselektronik sichtbar ist.


schematische Darstellung der Umwandlung und Übermittlung von akustischen Signalen durch das Cochlea Implantat

Das Bild zeigt schematisch einen Querschnitt durch den Gehörgang, das Mittelohr und das Innenohr sowie die Verbindung über die Hörbahn zur Hörrinde im Gehirn. Hinter dem Ohr ist die Empfangselektronik zu sehen, die von außerhalb des Kopfes ein elektrisches Pulsmuster empfängt. Von ihr läuft ein Kabel über das Mittelohr in das Innenohr hinein. Hier wird der Hörnerv über mehrere Elektroden elektrisch gereizt. Diese Information über den Schall läuft dann über die Hörbahn zur Hörrinde des Gehirns und wird dort als Ton, Geräusch oder Sprache wahrgenommen.


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